Mein Weihnachten

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Da las ich heute auf dem Heimweg in dem sch├Ânen Blog kleinerdrei.de. Viele Menschen berichten, was ihnen Weihnachten bedeutet (oder auch nicht bedeutet) und welche Erinnerungen sie mit dem Fest verkn├╝pfen. Und schon fangen auch meine eigenen Gedanken an zu kreisen.

Weihnachten hat sich ver├Ąndert, keine Frage. Wo fr├╝her die Vorfreude ├╝berwog, rast heute die Zeit im vorweihnachtlichen Stress dem Jahresende entgegen. Und kaum habe ich mich einmal umgedreht und bin zur Ruhe gekommen, ist das Fest schon wieder vorbei.

Das war nicht immer so. F├╝r mich war Weihnachten schon immer ein Fest der Familie.
Als kleines Kind wohnten meine Eltern, mein Bruder und ich gemeinsam mit meiner Oma und meiner Tante in einer gro├čen Wohnung. Wenn die Geburtstagskaffeetafel meiner Tante aufgel├Âst war, machten wir alle gemeinsam einen langen Spaziergang. Jetzt war Geburtstag vorbei und Weihnachten begann. Wir liebten es, zu fensterln. ├ťberall konnten wir die festlich geschm├╝ckten B├Ąume bewundern, hier und da sahen wir die Menschen zusammensitzen.

Meist hat der Gang zu lange gedauert und wir haben den Weihnachtsmann verpasst. Zum Gl├╝ck war er uns nicht b├Âse und hat uns den Sack mit den Geschenken vor die T├╝r gestellt.

Es geht die Geschichte, dass in einem Jahr tats├Ąchlich mal der Weihnachtsmann zu Besuch war. Als die Geschenke verteilt und der Gast gegangen war, ├Ąu├čerte ich die Beobachtung, dass der Weihnachtsmann genau so eine Uhr hatte, wie meine Tante. Und ├╝berhaupt, wo war die nur so lange geblieben? Jaja, aufmerksame Kinderaugen. Aber eins und eins nicht zusammengez├Ąhlt.

Als ich eingeschult wurde, konnten meine Eltern und wir Kinder endlich eine eigene Wohnung beziehen. Fortan kamen Gro├čmutter und Tante nach dem Geburtstagskaffee immer mit zu uns. Und blieben ├╝ber die Feiertage. Ich werde nie den Zauber des ersten Weihnachtstages vergessen. Mein Vater knackte N├╝sse, meine Oma sa├č mit einer gro├čen Sch├╝ssel auf dem Scho├č in der Stube und schnippelte das Obst f├╝r den Obstsalat, w├Ąhrend meine Mutter in der K├╝che die Gans im Auge behielt. Mein Bruder und ich testeten die Weihnachtsgeschenke oder halfen mal hier und mal da. Dazu lief im Fernsehen “Zwischen Fr├╝hst├╝ck und G├Ąnsebraten”.

Irgendwann wurden wir Kinder gro├č, zogen aus und gr├╝ndeten eigene Familien. Zur Bescherung sitzen wir immer noch zusammen und die Runde ist nicht kleiner, sondern gr├Â├čer geworden. Doch es ist anders als fr├╝her. Am ersten Feiertag gibt es immer noch die Weihnachtsgans bei meinen Eltern. Auch wenn die Gans unver├Ąndert lecker ist, schmeckt der Obstsalat zum Nachtisch irgendwie anders als fr├╝her. Vielleicht liegt das daran, dass ich in einem Land gro├č geworden bin, in dem es haupts├Ąchlich ├äpfel und Kubaorangen gab. Trotzdem fanden sich im Obstsalat auch Apfelsinen, Mandarinen und Bananen. Die Tage vorher St├╝ck f├╝r St├╝ck zusammengekauft, wurden sie in einem Korb im kalten Schlafzimmer aufbewahrt f├╝r die Feiertage.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass nicht mehr gemeinsam geschnippelt wird. Man trifft sich zum Essen, verbringt gemeinsam den Tag. Abends f├Ąhrt jeder wieder nach Hause und schl├Ąft in seinem eigenen Bett.

Und so kommt es, dass meine S├Âhne sich an ganz andere Gepflogenheiten erinnern, wenn sie an die Weihnachtsfeste ihrer Kindheit zur├╝ckdenken.

Wie auch immer Ihr die Feiertage verbringt, in kleiner Runde oder gro├čer, zu Hause, bei Freunden, im Urlaub oder in der Stammkneipe – ich w├╝nsche euch ein sch├Ânes Fest.