Wei├če Weihnacht? – Nein danke!

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Ich kann gar nicht verstehen, warum ├╝berall jeder nach einer wei├čen Weihnacht schreit. Kein Wetterbericht, der nicht sein tiefstes Bedauern ausdr├╝ckt, dass es wohl nichts wird in diesem Jahr. Auch rings um mich herum lauter Stimmen, die nach Niederschl├Ągen an den Feiertagen verlangen.

Aber warum? Wegen der schaurigschrecklichen, kitschigen Postkartenromantik? Oder damit alle unaufger├Ąumten Dreckecken zum Fest mit einer wei├čen Haube ├╝berzogen werden?

Hab ihr schon vergessen, …

… wie ├Ąrgerlich es ist, wenn wegen des Schnees auf den Schienen oder vereister Oberleitungen der Nahverkehr nicht oder nur sporadisch f├Ąhrt?

… wie anstrengend es ist, wenn man erst m├╝hselig sein Auto freilegen muss, was besonders angenehm ist, wenn sich unter der Schicht Pulverschnee eine dicke Eiskruste an die Scheibe klammert?

… dass die ohnehin schon angespannte Parkplatzsituation dann noch prek├Ąrer wird, weil eine Anzahl Parkpl├Ątze vom Schnee besetzt und unbenutzbar ist?

… dass der Schnee nach sp├Ątestens einem Tag ohnehin nicht mehr wei├č sondern grau und stellenweise schwarz ist? Nichts f├╝hrt uns den Dreck, den unsere St├Ądte produzieren, deutlicher vor Augen, als ein paar Zentimeter Schnee.

… dass der Schnee ja auch irgendwann wieder wegtaut, was dann zu nassen Schuhen und einer Rutschpartie durch Pf├╝tzen ├╝ber vereistem Grund f├╝hrt? Besonders angenehm, wenn nachts das Wasser wieder gefriert und man morgens ├╝ber eine riesige Schlitterbahn zur Arbeit rutschen kann.

Nein, ich mag den Winter so, wie er gerade ist, so herrlich tr├╝b und grau. Ich freue mich ├╝ber ein paar Sonnenstrahlen zwischendurch, dass ich keine langen Unterhosen brauche um Erfrierungen an den Beinen zu vermeiden, dass ich meine Handschuhe auch mal ausziehen kann, ohne dass die Finger sofort rot und klamm sind, dass ich morgens in mein Auto steigen und zur Arbeit fahren kann, ohne mich erst als R├Ąumdienst zu bet├Ątigen.

Wenn ich es romantisch haben m├Âchte, kuschle ich mich in meiner weihnachtlich dekorierten Stube auf mein rotes Sofa, mache ein paar Kerzen an, h├Âre sch├Âne Musik und verliere mich in meinem Buch. Zum Schnurren.